Stefan Engfer - Ties Hildebrand - Erik Larsen - Gunnar Markus
2. Einordnung des Kartenblattes
3. Allgemeine Blattbeschreibung
4.
Physischgeographischer Überblick
4.1. Geologie
4.2.
Hydrologie
4.3. Böden
4.4.
Vegetation und Landwirtschaft
4.5. Rohstoffe
5.
Anthropogeographischer Überblick
5.1.
Siedlungsgenese des Raumes
5.2. Ortsnamen
5.3.
Siedlungsformen
5.4. Hildesheim:
5.4.1.
Historische Stadtentwicklung
5.4.2.
Funktionale Gliederung
5.5.
Verkehrswegenetz
5.6.
Siedlungsentwicklung
5.7.
Raumordnung und Raumplanung
6. Teilsynthesen
6.1.
Physische Gunsträume und
Siedlungsentwicklung
6.2.
Allgemeine Topographie und
historische Stadtentwicklung Hildesheim
6.3.
Geologie und Gewässer- /
Verkehrswegenetz
6.4.
Naturraumpotential und
Naherholungsgebiete
6.5.
Landnutzung und
Siedlungsentwicklung
6.6.
Bodennutzung und Wirtschaft /
Industrie
6.7.
Infrastruktur und Wirtschaft /
Industrie
6.8.
Bodengüte und Status
der Bevölkerung
10. Angang: Die Karten und Profile
10.1.
Bodenarten und Bodentypen
10.2.
Gewässernetz
10.3.
Höhenschichten und
Gewässernetz
10.4.
Höhenschichten mit
Siedlungsflächen und Verkehr
10.5.
Potentielle Vegetationsdecke
und aktuelle Waldbedeckung
10.6.
Siedlungsflächen und
Verkehrswege
10.7.
Entwicklung des
Gewässernetzes im Leinetal
10.8.
Profilschnitte 1,2,3 und 6
10.9.
Profilschnitte 4 und 5
10.10.
Profil G, Abschnitt 1 und 2
10.11.
Untersuchungsgebiet in
Google™ Maps
Mittels der Karte der Siedlungsflächen und Verkehrswege läßt sich ein klare Veränderung in der Entwicklung der Siedlungsflächen zwischen 1963 und 1997 erkennen. Insgesamt ist ein deutlicher Trend zur räumlichen Expansion feststellen, der vor allem auf die größeren Orte zutrifft.
Hildesheim
Das Stadtgebiet hat sich in unterschiedlichen Wachstumsschüben nach allen Himmelsrichtungen hin deutlich vergrößert. Im Norden und Nordosten sind die bereits bei der funktionalen Gliederung angesprochenen Industrie- und Gewerbegebiete zu Lasten des Landschaftsraumes nicht nur neu entstanden, auch haben sich diese Areale nach 1972 markant bis über die A 7 hinweg ausgedehnt. Die Bundesautobahn hat demnach eindeutig als Entwicklungsachse fungiert, da auch die Dichte der Industriebebauung in diesem Bereich deutlich zugenommen hat. Dies ist anhand der vorgenommenen Ergänzungen der TK 50 zwischen den Ausgaben von 1963 und 1972 leicht nachzuvollziehen. Zudem hat sich das Industriegebiet zwischen die Wohnsiedlungen Bavenstedt und Drispenstedt geschoben, so daß die genannten Orte direkt an das Hildesheimer Stadtgebiet angeschlossen sind.
Im Norden hat sich der Bereich der Hafenindustrie räumlich verdichtet und eine flächenmäßig nach Westen und Norden gerichtete Expansion erfahren.
Offensichtlich besteht für Hildesheim eine Wachstumstendenz nach Süden und Südosten hin. In mehreren Ausbauphasen wurde entlang der Landstraße Hildesheim − Itzum die Fläche mit Einzelwohnhäusern bebaut, so daß 1997 Itzum flächenmäßig mit Hildesheim verbunden worden ist. Dasselbe ist bei Ochtersum zu beobachten. Hier ist der Zwischenraum zu Hildesheim durch Industrie/Gewerbe und Wohnsiedlungen ausgefüllt worden.
Die Flächenausdehnung nach Westen galt nach 1972 der Errichtung neuer Einzelwohnhäuser; im sich schnell ausdehnenden Osten der Stadt wurde nach 1963 das Kreiskrankenhaus errichtet.
Um den Blick auf einen anderen Aspekt zu richten, läßt sich anhand der Eingemeindungen und der vollzogenen Flächenanschlüsse der direkt umliegenden Siedlungen an Hildesheim gut das Wachstum der Stadt in den 25 Jahren erkennen. Von den angesprochenen Orten waren 1963 von Drispenstedt, Bavenstedt, Itzum, Marienburg, Barienrode, Ochtersum, Marienrode, Neuhof, Sorsum und Himmelsthür alle genannten ohne direkten räumlichen Anschluß an Hildesheim und nur Drispenstedt und Neuhof eingemeindet. 1997 hingegen sind diese Siedlungen komplett eingemeindet; Drispenstedt, Bavenstedt, Itzum und Ochtersum sogar als Stadtteile angegliedert. Seit 1963 ist letztlich nicht nur eine deutliche Zunahme der Siedlungsflächen zu verzeichnen, auch die Dichte der Bebauung hat insgesamt enorm zugenommen.
Die übrigen Siedlungen
Bei Betrachtung der Siedlungsentwicklung der übrigen Städte und Dörfer ist auffällig, daß bei vielen Orten die Siedlungsfläche von 1963 bis 1997 deutlich zugenommen hat, aber auch bei vielen unverändert geblieben ist. Es sind zwei Dinge klar zu erkennen:
Zum einen sind es gerade die größeren Siedlungen, die gewachsen sind; zweitens sind dies meist auch jene, die durch eine gute Bundes- und Landstraßenanbindung gekennzeichnet sind. Gut zu sehen sind die Wachstumsschübe z.B. bei der Stadt Elze, welche 1997 in Bezug auf die Fläche deutlich größer ist als 1963. Entsprechend ist bei den zwischen Külf und Duinger Berg gelegenen Dörfern Deinsen. Lübbrechtsen, Rott, Hoyershausen und Lütgenholzen zu erkennen, daß diese fernab der Hauptstraßen nicht räumlich gewachsen sind.
Es kann also vermutet werden, daß die Hauptverkehrsverläufe als Siedlungsleitlinien gewirkt haben. Die sich in der Nähe Hildesheims befindlichen Orte haben dabei nicht nur von der Straßenführung sondern auch offensichtlich von der Ausstrahlung respektive Anziehung der Stadt profitiert.
Letztlich ist zu erkennen, daß die wenigen außerhalb Hildesheims entstandenen Industrieanlagen teilweise im Zuge dieser Wachstumsvorgänge entstanden sind. So haben sich diese Areale bei Duingen, Elze, Gronau, südwestlich der Siedlung Hildesheimer Wald, bei Emmerke und Nordstemmen markant vergrößert. Die Anlagen bei Eldagsen scheinen nach 1963 sogar völlig neu errichtet zu sein.
KARTENINTERPRETATION BLATT L3924 HILDESHEIM • Stefan Engfer - Ties Hildebrand - Erik Larsen - Gunnar Markus • 1998