SONDERBERICHT
Gesellschaft und Sport
Björn Westphal
 
Kricketspiel Pakistan - IndienIn Pakistan gibt es in jeder größeren Stadt eine oder mehrere englischsprachige Tageszeitungen, die durch mindestens eine Wochenzeitung ergänzt werden. Das wichtigste-und Staatsloyale-Blatt ist dabei sicherlich der „Dawn“, der in Karachi erscheint und auf den pakistanischen Staatsgründer Quaid-I-Azam Mohammad Ali Jinnah zurückgeht. Weitere tägliche Publikationen sind „The Star“, ebenfalls Karachi, „The Nation“, die in Lahore und Islamabad publiziert wird und „THE NEWS“, Islamabad und Rawalpindi. Wöchentlich erscheint, die in Lahore publizierte, „The Friday Times“, „Pakistan`s First Independent Weekly Paper“.

Das herausragende gesellschaftliche Ereignis, während unseres dreiwöchigen Aufenthalts, war der Wettkampf mit dem Nachbarland Indien, der in dem Nationalsport Kricket ausgetragen wurde und die ganze Nation bewegte.

Am 30. September, dem zweiten Tag unseres Aufenthalts in Karachi, waren beide Mannschaften im dortigen Stadion, das mit 10.000 Besuchern ausverkauft war, zusammengekommen. Das Spiel wurde vom hervorragend spielenden indischen Team gewonnen, war aber zugleich von einem Zwischenfall überschattet.

Nachdem die Inder von Zuschauern mit Steinen beworfen wurden, die sie aber nicht trafen, verließen diese das Feld und brachen das Spiel vorzeitig ab. Diese Entscheidung wurde heftig kritisiert, da steinewerfende Zuschauer kein Einzelfall zu sein scheinen und die Pakistani sahen sich durch den Abbruch ihrer Chance beraubt sahen, möglicherweise dem Spiel noch eine Wende zu verleihen: „Had they been able to consume their full quota of 50 overs, a sum of total around 300 runs was very much on the cards. And had that happened, there might just have been a different story to tell, so to speak“ (Dawn: 1.10.1997). Der „Dawn“ titelte: „Sachin`s (Indischer Teamkapitän) unsporting attitude overshadows Indian win“ (1.10.97).

Am 2. Oktober fand das letzte, der drei eintägigen Spiele Indien gegen Pakistan statt, das mit besonderer Spannung erwartet wurde. Es sollte beim Stand von eins zu eins die Entscheidung bringen, denn die Pakistani hatten die erste Partie in Hyderabad gewonnen. Das Stadion von Lahore war mit 28.000 Zuschauern ausverkauft, und es waren Vorkehrungen getroffen worden, um eine Situation wie beim vorherigen Spiel zu vermeiden.

„India yield to Ijaz`s brilliance“ titelte „THE NEWS“ vom 3. Oktober 97 und ehrte damit den Mann des pakistanischen Teams, der den entscheidenden Beitrag zum Sieg des Spieles von Lahore und damit auch der dreitägigen „Wills Challenge Series“ erkämpft hatte.

Auf unserer gesamten Reise durch Pakistan konnten wir die Popularität des Kricket beobachten, die durch den sportlichen Wettkampf zwischen dem pakistanischen und dem indischen Team noch bestärkt worden war. Einfache Rasenplätze am Rande von Dörfern und Städten wurden von, für diesen Sport begeisterten, Kindern und Jugendlichen zum Kricketspiel genutzt. Selbst die ehrwürdige Atmosphäre des Innenhofes einer Moschee in Multan war für eine Klasse von Koranschülern kein Hindernis, sich im Kricket zu üben.


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