Polen-Exkursion 1999 "Naturschutz und Landschaftsentwicklung"

Der Biebza Nationalpark

Übung "Naturschutz und Landschaftsentwicklung" des Instituts für Wasserwirtschaft und Landschaftsentwicklung der Universität Kiel



Startseite

Biosphärenreservat Schorfheide

Der Bialowieza-Nationalpark in Polen

Von Bialowieza ins Biebza-Gebiet

Biebza Nationalpark

Wielkopolski Nationalpark

NSG Heilig Hallen

Fotos

 

Institut für Wasserwirtschaft und Landschaftsökologie
(heute Ökologiezentrum der Uni Kiel)

Uni Kiel

 

<< zurück zu denudation.de

 

Tanja Nieswandt

Lage

Der Nationalpark liegt in Nord-Ost-Polen und reicht bis dicht an die russische Grenze. Namensgebend ist die 155 km lange Biebza, die dicht an der weißrussischen Grenze entspringt Die Biebza schlängelt sich in Mäander ins Biebzabecken. Im Frühjahr kann sie eine Breite von 20 km im Mittelbecken haben und im Südbecken immerhin noch 15 km.

Das Biebzabecken bildet somit den größten Niedermoorkomplex Europas.

Der Name des Nationalparks leitet sich von dem polnischen Wort "Bobra" (Biber) ab, da in der Region ehemals viele Biber vorkamen.

 

Park

1924 diente das "Rote Moor" zum Schutz des Elches.

1988 wurde ein Landschaftspark im mittleren und südlichen Becken gegründet.

Nach einer fünfjahrigen Übergangszeit, für die Ausarbeitung der Grundkonzeption der Pläne und Programme des künftigen National Parks, wurde dieser dann 1993 eingerichtet.

Das Gesamtgebiet des National Parks umfaßt ca. 60 000 ha, der Biebza Nationalpark ist somit der größte Polens.

Die Nutzung gliedert sich in:

4,3 % sind streng geschützt, da sind ungefähr 2500 ha. Sie sind auch durch das RAMSAR-Abkommen geschützt (Zugvogelschutz). Dazu gehört auch der Schutz des "Roten Moores".

Den National Park kann man in drei Bereiche einteilen:

die obere (nördliche)

die mittlere

die untere (südliche) Senke.

 

Flora

Die ökologische Zonierung läßt sich am besten im südlichen Becken betrachten. Fast sämtliche Haupttypen der Sumpf-, Moor- und Waldvegetation sind hier vertreten. So zum Beispiel moosreiche Kleinseggen-Zwischenmoore, welche auf polnisch "Mechowiska" genannt werden. Desweiteren sind auch die Erlen- und Erlen-/Birkenbruchwälder sowie die Weiden-Birken-Gebüsche zu erwähnen.

 

Fauna

Die größte Elchpopulation Polens befindet sich im Biebza Nationalpark. Daneben kommen auch noch Hirsche, Rehe, Wölfe, Biber und Fischotter vor.

Von besonderer Bedeutung sind auch die 262 dort vorkommenden Vogelarten, davon 178 Brutarten.

 

Probleme

Da in einem Großteil des Parks Landwirtschaft betrieben wird, können Konflikte mit der Landbewirtschaftung auftreten. Ein Teil ist zur Entwässerung der Flächen drainiert, dieses steht im Konflikt mit der Erhaltung von Feuchtgrünland.

Ein anderes Problem besteht darin, daß 46 % der Nationalparkfläche sich in Privatbesitz befindet und die private Nutzung der Flächen nicht immer konform geht mit dem Nationalparkmanagement.

Bemühungen gibt es zur Förderung des ökologischen Landbaus, um hohe Nährstoffeinträge zu vermeiden.

 

Tourismus

Der Biebza Nationalpark ist Anziehungspunkt für Ornithologen aus ganz Europa. Aber auch Wassersport findet dort statt.

Es gibt eine markierte Wasserroute von 130 km Länge, die zum Schutz der Brutvogel auch nicht verlassen werden darf.

Dreizehn ausgeschilderte Wanderwege von 400 km Länge gibt es auch noch, teilweise mit Aussichtstürme, um Einblicke in die Landschaft zu gewähren. Feuchte Strecken wurden mit Fußbrücken versehen. Ein Informationszentrum wurde eingerichtet.

 

Literatur:


Naturschutz und Landschaftsentwicklung • Institut für Wasserwirtschaft und Landschaftentwicklung der Uni Kiel (heute Ökologiezentrum) • 1999


[Impressum] [Haftungsausschluss]