Polen-Exkursion 1999 "Naturschutz und Landschaftsentwicklung"

Der Wielkopolski Nationalpark

Übung "Naturschutz und Landschaftsentwicklung" des Instituts für Wasserwirtschaft und Landschaftsentwicklung der Universität Kiel



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Wielkopolski Nationalpark

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Fotos

 

Institut für Wasserwirtschaft und Landschaftsökologie
(heute Ökologiezentrum der Uni Kiel)

Uni Kiel

 

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Katharina Menge

Der Nationalpark

Der Wielkopolski Nationalpark befindet sich in der Nähe von Posen (Poznan). Die äußere Pufferzone, die den Park umgibt, grenzt direkt an die Stadt. 1947 wurde der Nationalpark vom Umweltministerium gegründet. Das Ministerium beruft den Direktor des Nationalparks. Ca. alle 10-20 Jahre wird das Schutzkonzept erneuert. Der Park hat eine Größe von 7000 Hektar. Er umfaßt zu 80% Wald. Die anderen 20% sind Siedlungen, landwirtschaftlich genutzte Flächen und einige Seen. Der Wald besteht vor allem aus Kiefern- und Mischwald, aber auch noch aus einigen anderen Waldgesellschaften. Birken, Eichen, Buchen und Hainbuchen kommen hier vor. In vielen Teilen dominiert jedoch die Kiefer. Die älteren Bäume des Parks sind über 120 Jahre alt. Im Wielkopolski Park gibt es 35 "monuments of nature" genannte Besonderheiten. 34 davon sind außergewöhnlich alte und große Bäume, das 35. ist ein Gedenkstein.

Im nördlichen Teil des Wielkopolski Nationalparks gibt es einige Sumpfgebiete.

Auf der Exkursion haben uns zwei Mitarbeiter des Nationalparks durch einen frischen Eichen-Hainbuchenwald geführt, wie er in großen Teilen des Parks vorkommt. Diese Standorte sind im Frühjahr trocken.

Zum Park gehört auch ein Nationalpark Haus indem sich ein kleines Museeum mit einer Ausstellung zum Park befindet. Auch diese Ausstellung haben wir uns angesehen. Dort werden verschiedene Wald- und Biotoptypen des Nationalparks mit ihrer Flora und Fauna vorgestellt. Die Landschaftsgenese der Gegend wird anhand eines Geologischen Profils durch den Park erklärt:

Die Landschaft ist durch die letzte Eiszeit (Weichseleiszeit) geprägt. 35% der Fläche des Nationalparks sind von Grundmoränen bedeckt. Es gibt einen Rinnensee und weitere kleine, vermutlich durch Toteisblöcke entstandene, Seen, sowie einige Niedermoore. Auch das Profil eines solchen Moortyps ist in der Ausstellung zu sehen.

Im Park kommen ca. 70 Vogelarten vor, viele davon brüten auch dort. Im Museeum sind einige Brutkästen für verschiedene Vogelarten, ein Baumstamm mit Spechthöhle und einige Vogeleier als Beispiele ausgestellt.

Über 3000 Insektenarten kommen in Wielkopolski vor.

 

Das Schutzkonzept

Das Schutzkonzept des Nationalparks teilt den Park in zwei Zonen auf. Die eine Zone wird seit 14 Jahren nicht mehr bewirtschaftet, in der anderen wird extensiv gewirtschaftet. Das heißt in diesem Fall werden alle kranken Bäume entfernt, ebenso die Kiefern, die unter 150 Jahre alt sind. Teilweise werden Neupflanzungen durchgeführt mit dem Ziel den Wald in einen naturnäheren Zustand umzubauen.

Desweiteren beinhaltet das Schutzkonzept eine Besucherlenkung. Darin sollen die Besucher auf die vorhandenen 5 Hauptwege des Parks gelenkt werden, indem Informationstafeln an den Wegen angebracht werden. Im Park gibt es zwei Fahrradwege. Für die Fahrradfahrer gibt es extra Informationsmaterial über das Radfahren im Park.

 

Die Probleme

Durch die Nähe zu Posen, ist der Park relativ überlaufen und wird dadurch beeinträchtigt, daß viele Menschen aus der Stadt zu Naherholung in den Park kommen.

In dem Park befinden sich drei Seen die jedoch keine gute Wasserqualität besitzen, was wohl vor allem daher rührt, daß an den Seen mehrere Siedlungen liegen. An diesen Seen gibt es verschiedene beliebte Badestellen. Einige davon liegen allerdings im Schutzgebiet, so das es zu Konflikten zwischen Naturschutz und den Erholungssuchenden kommt.


Naturschutz und Landschaftsentwicklung • Institut für Wasserwirtschaft und Landschaftentwicklung der Uni Kiel (heute Ökologiezentrum) • 1999


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